Woche 30; Der Million-$-Highway
Woche 30; Der Million-$-Highway

Woche 30; Der Million-$-Highway

Woche 30, wo ist die Zeit nur hin?

Vor einem Jahr begann das hin fiebern auf unsere Kündigungen. Auch wenn wir beide unsere Arbeit mochten, konnten wir es kaum abwartet bis der Tag da war, an dem wir nach 3 Jahren Vorbereitungszeit, endlich in die Welt rausschreien können; Wir sind dan mal WEG! Inklusive Kündigung. Ich weiß noch genau wie aufgeregt wir waren. Was wohl unsere Chefs dazu sagen werden? Die Kollegen? Wie ein Lauffeuer hat die Sache dann die Runde gemacht. Für mich immer noch ein Rätsel, wie wir trotz der ganzen Vorbereitung, es so lange Geheim halten konnten. Wie sich an der Reaktion von Michi´s Chef gezeigt hat, war es aber die Richtige Entscheidung, mit der Ankündigung bis zum Letzt möglichen Zeitpunkt zu warten.

Ach, spannende Zeiten! Wir schwelgen in Erinnerungen. Unteranderem ist daran Colorado schuld. Ein neuer Bundesstaat auf unserer Liste. Und was für einer! Wir fahren den Million Dollar Highway und alles um uns herum, kommt uns so vertraut vor. Wir sehen wieder Bäume! Schnee! Berge! Alles was es in der Wüste nicht gibt. Und es erinnert uns stark an zu hause. Die alten Bergbaustädtchen, haben Giebeldächer und sind verputzt! Jetz denkt sich der ein oder andre bestimmt hä? Häuser halt?! Aber, hier in den USA eine echte Rarität. Unser klassisches Bild einer Stadt, ist europäisch geprägt. Städte die hunderte, tausende Jahre alt sind. Die meisten Städte, Dörfer bestehen hier aus Container Häusern oder Leichtbau ,,Einweg“ Häuschen. Ganz anders als bei uns. So wird uns ganz warm ums Herz, wenn wir eine ,,europäische Stadt“ in Amerika finden. Auch wenn man den Hintergrund natürlich nie vergessen darf.

Es wird auch die Schweiz Amerikas genannt. Der Million Dollar Highway! Er ist gerade einmal 40 Kilometer lang und gilt als einer der gefährlichsten Straßen der USA. Keine Seitenstreifen, keine Leitplanken, tiefe Schluchten und eisiges Wetter. Er führt uns über drei hohe Pässe, die alle über 3.000hm liegen. So hoch waren wir beide noch nie. Und Greeny wahrscheinlich auch nicht. Der Schnee wird von Höhenmeter zu Höhenmeter mehr. Mit soviel hatten wir tatsächlich nicht mehr gerechnet. Wir suchen uns ein Plätzchen auf einem der Pässe. Die Temperaturen sinken und sinken! Und schon hatten wir wieder die -15°C. Irgendwie sind immer wir diejenigen die in solche Langen kommen. Aber wir fühlen uns Pudel wohl. Auch wenn wir schon Ahnen, dass der Diesel, den wir in der Wüste getankt hatten, wohl eher kein Winterdiesel ist. Am nächsten Morgen ist uns natürlich die Heizung ausgefallen. Diesel versulzt!. Greeny braucht auch seine 10 Minuten länger, bis er endlich anspringt und dann kann es auch schon wieder weiter gehen. Auf einer unfassbar schönen Straße! Einer der schönsten die wir bisher in den USA gefahren sind!

Einen Nationalpark liegt doch noch auf unserem Weg MESA VERDE – grüner Tisch. Ein wunderbarer Nationalpark. Der im Gegensatz zu vielen, vielen anderen in den USA, Zeitzeuge vergangener Bewohner ist. So sind noch ganze Städte in den Felsspalten des Canyons zu sehen. Sie gelten als einer der besterhaltenen archäologischen Stätten auf dem nordamerikanischen Kontinent. Um 1190 begannen die ersten Bewohner in Pueblos (Städten) zu leben. Diese bauten sie in die geschützten, überhängenden Klippen. Die Strukturen reichen von einzelnen Einzimmer-Häusern bis hin zu ganzen Dörfern mit 150 Zimmern. Die Höhen des Mesas wurden bewirtschaftet und es wurde damit begonnen die Puebloans zu erweitern und umzubauen. Das Ganze dauerte circa ein Jahrhundert an. Um 1270 wanderte die Bevölkerung  Richtung Süden ab. Noch heute befindet sich in dieser Gegend das größte Indianerreservat der USA und erreicht die Größenordnung Bayerns.

Ostern naht und wir haben immer noch nicht das Plätzchen gefunden, das wir zum rasten dringend brauchen würden. Wir finden einen Punkt an der Grenze Colorados. Stehen auf einem Berg mit Blick über diverse Canyons, in Richtung Utah. Bei gutem Wetter können wir bis ans Monument Valley blicken. Einer unserer nächsten Stopps. Hier bleiben wir fürs erste. Über Ostern gibt es ein Reisewochenende. Zwei Tage an denen nichts gemacht wird, außer gegessen, geschlafen, gequatscht und spazieren gegangen.! Das kommt tatsächlich nur sehr selten vor. Die nächsten Tage müssen wir unseren Greeny auf Vordermann bringen. Denn auch ein rollendes Zuhause bringt immer Arbeit mit sich. Und dann wäre da auch noch die Tatsache, dass wir heute in 4 Wochen die Grenze nach Mexiko überqueren wollen und noch gar keinen blassen Schimmer über Dinge wie Sim Karte, Visa & KFZ Versicherung haben. Und überhaupt WO wir einreisen wollen. Ihr merkt, es folgen Aufgaben über Aufgaben.

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